BILDGEBENDE DIAGNOSTIK DER BRUST

Methodik

Die Mammografie ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem mit Röntgenstrahlen zweidimensionale Aufnahmen der Brust angefertigt werden. Für die Mammografie wird ein spezielles Röntgengerät verwendet. Um eine möglichst hohe Bildqualität und eine niedrige Strahlenbelastung zu gewährleisten, muss die Brust zwischen dem Detektor und einer Kompressionsplatte eingespannt und zusammengedrückt werden. Sobald der Kompressionsvorgang abgeschlossen ist, wird die Aufnahme innerhalb weniger Sekunden angefertigt. Von jeder Brust werden Aufnahmen in 2 Ebenen erstellt, das heißt insgesamt 4 Röntgenaufnahmen von beiden Seiten.

Anwendungsgebiete

Nach wie vor ist die Mammografie eine unverzichtbare bildgebende Methode zur Früherkennung und Differenzierung von Brustkrebs. Da bestimmte Vorstufen und Frühformen des Brustkrebses sich in Mikroverkalkungen manifestieren, ist eine Mammografie auch bei einer sogenannten dichten Brust (viel Brustdrüsengewebe vorhanden) sinnvoll, da die Verkalkungen ausschließlich in der Mammografie zur Darstellung kommen. In diesem Fall wird eine ergänzende Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Aussagekraft der Mammografie zu erhöhen. Eine alleinige Ultraschalluntersuchung ist deswegen nicht ausreichend zum sicheren Ausschluss von Brustkrebs.

Frauen können im Alter zwischen 50 und 69 Jahren am Mammographie-Screening teilnehmen und werden hierfür aktiv eingeladen.

Mammografie beim Mann:

Auch beim Mann kann es zu Brustkrebs kommen, allerdings deutlich seltener als bei Frauen (Lebenszeitrisiko 0,1%) [1]. Wesentlich häufiger ist eine gutartige Größenzunahme der Brust, bedingt durch eine Fettgewebsansammlung (Lipomastie) oder eine Wucherung von Brustdrüsengewebe (Gynäkomastie). Zur Unterscheidung der Ursache der Brustvergrößerung und zum Ausschluss eines Brustkrebses beim Mann kann eine Mammografie notwendig sein.

Strahlenbelastung

Durch die Kompression der Brust ist weniger Strahlung nötig, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten. In unserer Praxis wird ein volldigitales Mammographiegerät verwendet, auch hierdurch ist die applizierte Dosis sehr gering. Die Dosis ist zudem von der Größe und Zusammensetzung der Brust in Bezug auf das Verhältnis von Drüsengewebe/Bindegewebe abhängig. Somit ist keine pauschale Aussage zur absoluten Strahlenbelastung möglich, die typische Dosis für eine Mammografie beider Seiten liegt bei ca. 0,2-0,4 mSv (im Vergleich dazu liegt die natürliche Strahlenbelastung bei ca. 2,1 mSv/Jahr) [2]. Das statistische Brustkrebsrisiko erhöht sich bei regelmäßiger Untersuchung (10 Untersuchungen beider Seiten in 20 Jahren) allenfalls minimal (bei höchstens 1 von 1000 Frauen mögliche Entstehung von Brustkrebs) [3]. Das würde bedeuten, dass bei einem statistischen Lebenszeitrisiko an Brustkrebs zu erkranken von 12,8%  (1 von 8 Frauen) sich das Risiko auf maximal 12,9% erhöhen würde [1].

Sollten Sie hierzu noch weitere Informationen wünschen, stehen Ihnen das Personal sowie die Radiologinnen und Radiologen unserer Praxis gerne beratend zur Verfügung.

Kompression der Brust

Entgegen der oft geäußerten Befürchtungen, dass durch die Kompression der Brust während der Mammografie Brustkrebs ausgelöst werden könnte, gibt es keinerlei wissenschaftliche Hinweise auf eine schädliche Wirkung des Drucks auf die Brust. Auch bei wiederholter Kompression wird definitiv kein Brustkrebs durch die Druckwirkung entstehen.

Quellen:

[1] Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.2, August 2019. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Mammakarzinom_4_0/Version_4.2/LL_Mammakarzinom_Langversion_4.2.pdf aufgerufen am 24.11.2019  [2] Fragen zum Mammographiescreening, www.mammo-programm.de, aufgerufen am 24.11.2019

Mammographie

Der günstigste Zeitpunkt für die Durchführung einer Mammografie liegt zwischen dem 7. und 14. Zyklustag (= Tage nach Beginn der Periodenblutung). Während dieser Zyklusphase ist die Brust in der Regel am wenigsten schmerzempfindlich und am meisten strahlendurchlässig. Sollte es sich um eine dringliche Untersuchung handeln (zum Beispiel bei einem neu getasteten Knoten), kann die Untersuchung prinzipiell zu jedem Zykluszeitpunkt durchgeführt werden.

Nach der Untersuchung werden die Aufnahmen von 2 separaten, speziell ausgebildeten Radiologen ausgewertet. Es erfolgt eine klinische Untersuchung der Brust sowie eine anschließende Befundbesprechung durch die Radiologin oder den Radiologen.

Bei bestimmten Erkrankungen der Brust tritt ein Ausfluss aus der Brustwarze auf (= Sekretion). In diesen Fällen kann unter Umständen eine weitere Abklärung durch eine Galaktografie (= Milchgangsdarstellung mit Kontrastmittel) notwendig sein. Hierfür wird der betroffenen Milchgang mit einem dünnen Katheter sondiert und darüber das Kontrastmittel in den Milchgang injiziert. Im Anschluss erfolgt eine Mammografie.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Ultraschalluntersuchungen der Brust werden routinemäßig bei einer hohen Drüsendichte durchgeführt (ACR-Grad C und D). Sollte in der Mammografie ein unklarer Befund bestehen, wird ebenfalls zunächst eine Ultraschalluntersuchung zur weiteren Abklärung durchgeführt. Des Weiteren sind bei vermutlich gutartigen Veränderungen ggf. Kontrolluntersuchung durch einen Ultraschall der Brust notwendig.

Als alleinige Früherkennungsmaßnahme ist die Sonografie nur bedingt geeignet, da sich mit Ihr keine Mikroverkalkungen erkennen lassen. Nachgewiesenermaßen lässt sich durch eine alleinige Sonografie die Brustkrebssterblichkeit nicht senken [3]. Deswegen wird laut der Leitlinie Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms die alleinige Sonografie zur Brustkrebsfrüherkennung nicht empfohlen.

[3] Mammographie-Screening. Eine Entscheidungshilfe. www.g-ba.de/downloads/17-98-2232/2019-01-21_G-BA_Entscheidungshilfe_Mammographie_bf.pdf, aufgerufen am 24.11.2019

Magnetresonanztomografie (MRT, MR-Mammografie)

Die Untersuchung wird in Bauchlage durchgeführt, die Brust wird in einer Spezialspule ohne Kompression gelagert. Für die Untersuchung ist die Applikation von Kontrastmittel notwendig, hierfür wird in eine Armvene ein Zugang gelegt. Während der Untersuchung werden zunächst Aufnahmen ohne Kontrastmittel angefertigt, das Kontrastmittel wird während der Untersuchung injiziert. Während der Injektion werden sogenannte dynamische Aufnahmen angefertigt, in denen die Kontrastmittelaufnahme einzelner Strukturen innerhalb der Brust beurteilt werden kann. Die Untersuchung dauert ca. 20 Minuten, im Anschluss an die Untersuchung erfolgt die radiologische Auswertung und ein anschließendes Arztgespräch.

Bei einer MRT-Untersuchung wird grundsätzlich keine Röntgenstrahlung angewendet, weswegen die Untersuchung an sich völlig unschädlich ist. Das verabreichte Kontrastmittel wird in aller Regel gut vertragen, in extrem seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen (siehe auch Kapitel Magnetresonanztomografie).