MRT-Defäkographie: Ablauf, Vorbereitung & Kosten
Beschwerden beim Entleeren des Darms, Druckgefühl im Becken oder Inkontinenz sind für viele Betroffene belastend und oft schwer in Worte zu fassen. Die MRT-Defäkographie ist eine moderne, strahlungsfreie Untersuchung, die genau dort ansetzt: Sie stellt den Beckenboden und alle beteiligten Organe in Bewegung dar und liefert damit Antworten, die andere Verfahren häufig nicht geben können.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was die Untersuchung leistet, wie sie abläuft und was Sie zur Vorbereitung wissen sollten. Die Radiologie Mühleninsel bietet die MRT-Defäkographie an den Standorten Landshut, Dingolfing und Vilsbiburg an.

Was ist eine MRT-Defäkographie?
Die MRT-Defäkographie ist eine funktionelle Untersuchung des Beckenbodens. Mit Magnetresonanztomographie werden Beckenboden, Darm, Blase und Gebärmutter während der Ruhe, beim Anspannen und beim Entleeren in Echtzeit dargestellt. So können Bewegungsabläufe sichtbar gemacht werden, die auf einem statischen Bild unsichtbar bleiben.
Das Verfahren arbeitet ohne Röntgenstrahlung. Statt Strahlen nutzt das MRT ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Dadurch lassen sich Weichteile, also Muskeln, Bindegewebe und Organe, in sehr hoher Auflösung darstellen.
Gegenüber der älteren Röntgen-Defäkographie hat das MRT einen entscheidenden Vorteil: Es zeigt nicht nur den Darm, sondern alle Beckenorgane gleichzeitig. Das ist wichtig, weil Beckenbodenbeschwerden oft mehrere Strukturen betreffen und nur im Zusammenspiel erklärt werden können..
Wann wird eine Beckenboden-MRT durchgeführt?
Die MRT-Defäkographie wird empfohlen, wenn Beschwerden im Beckenbereich bestehen, die sich durch andere Untersuchungen nicht eindeutig klären lassen. Typische Situationen sind:
- Darmentleerungsstörungen und chronische Verstopfung, besonders wenn das Gefühl besteht, dass der Darm sich nie vollständig entleert
- Stuhl- oder Harninkontinenz
- Beckenbodensenkung, also das Absinken von Enddarm (Rektumprolaps), Gebärmutter (Uterusprolaps) oder Blase (Zystozele)
- Anhaltende Schmerzen im Becken- oder Dammbereich
- Vorbereitung auf operative Eingriffe am Beckenboden
- Verlaufskontrolle nach Operationen im Beckenbereich
- Zustand nach Geburten mit Verdacht auf Beckenbodenschäden
Die Überweisung zur MRT-Defäkographie kommt häufig vom Gynäkologen, Proktologen, Urologen, Chirurgen oder dem Hausarzt. Wir arbeiten eng mit diesen Fachbereichen zusammen und übermitteln den Befund direkt an den überweisenden Arzt.
Vorteile der MRT-Defäkographie
- Keine Strahlenbelastung: Das MRT kommt vollständig ohne ionisierende Strahlung aus.
- Gleichzeitige Beurteilung aller Beckenorgane: Darm, Blase, Gebärmutter und Beckenbodenmuskulatur werden in einer einzigen Untersuchung dargestellt.
- Funktionelle Diagnostik unter realistischen Bedingungen: Die Untersuchung zeigt, wie sich die Strukturen beim Pressen, Anspannen und Entleeren verhalten.
- Bessere Grundlage für die Therapieplanung: Der Befund hilft, zwischen konservativer Behandlung und Operation abzuwägen und den Eingriff gezielt vorzubereiten.
- Gut verträglich: Das MRT verursacht keine Schmerzen und erfordert keinen operativen Eingriff.
MRT-Defäkographie im Vergleich zur Röntgen-Defäkographie
Beide Verfahren untersuchen den Beckenboden während der Entleerung. Sie unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten:
| MRT-Defäkographie | Röntgen-Defäkographie | |
| Strahlenbelastung | Keine | Ja (Röntgenstrahlung) |
| Dargestellte Strukturen | Alle Beckenorgane: Darm, Blase, Gebärmutter, Muskulatur | Hauptsächlich Enddarm |
| Weichteildarstellung | Sehr gut | Eingeschränkt |
| Untersuchungszeit | 30 bis 45 Minuten | 15 bis 30 Minuten |
| Verfügbarkeit | Wird zunehmend bevorzugt | Älteres Standardverfahren |
Für die meisten Fragestellungen ist das MRT heute die bevorzugte Methode. Ob es in Ihrem Fall die richtige Wahl ist, besprechen wir gerne vorab mit Ihnen.
Wie läuft eine MRT-Defäkographie ab?
Die Untersuchung ist strukturiert und wird von geschultem Fachpersonal begleitet.
Alles, was Sie wissen müssen, wird vorab erklärt. Sie werden zu keinem Zeitpunkt allein gelassen.

Vorbereitung:
Vor der Untersuchung erhalten Sie ein Einlaufmittel (Klistier), mit dem der Enddarm von Stuhlresten gereinigt wird. Das ist wichtig, damit das Kontrastgel ungehindert eingebracht werden kann und die Bilder auswertbar sind.
Anschliessend wird der Enddarm mit etwa 200 ml Ultraschallgel gefüllt. Das Gel ist für den Körper unbedenklich und hat eine ähnliche Konsistenz wie Stuhl. Es dient dazu, die Strukturen im MRT sichtbar zu machen und eine realistische Entleerungssituation herzustellen.
Bei Frauen wird bei bestimmten Fragestellungen auch die Scheide mit einer kleinen Menge Gel gefüllt, um die Lage der Vagina im MRT erkennbar zu machen.
Alle Vorbereitungsschritte werden diskret und professionell durchgeführt. Das Personal ist darin erfahren und geht rücksichtsvoll mit dem Schamgefühl der Patientinnen und Patienten um.
Bringen Sie zum Termin mit: Überweisung, Versicherungsnachweis, vorhandene Vorbefunde (Arztbriefe, frühere Bilder), eine Liste Ihrer Medikamente sowie eventuelle Implantat-Unterlagen. Nüchtern sein ist in der Regel nicht notwendig. In diesem Fall informieren wir Sie bei der Terminvergabe.

Lagerung:
Sie liegen auf dem Rücken auf einer gepolsterten MRT-Liege. Eine spezielle Beckenboden-Spule wird in der Beckenregion positioniert, um eine optimale Bildqualität zu gewährleisten. Ihnen wird eine Decke bereitgestellt.
Vor der Entleerungsphase wird eine saugfähige Unterlage bereitgelegt, damit die Entleerung des Gels diskret und ohne Unannehmlichkeiten erfolgen kann.

Untersuchung:
Die Aufnahmen erfolgen in mehreren Phasen, die nacheinander durchgeführt werden:
- Ruhephase: Zunächst werden Bilder ohne jede Aktivität aufgenommen. Das zeigt die Ausgangsposition aller Beckenorgane.
- Anspannungsphase: Sie werden gebeten, die Beckenbodenmuskulatur bewusst anzuspannen, als ob Sie eine Entleerung verhindern wollen. Das zeigt, wie gut die Muskulatur kontrolliert werden kann.
- Pressphase: Sie pressen aktiv nach unten, als ob Sie Stuhlgang hätten. Diese Phase ist entscheidend, um Senkungen und Verlagerungen der Organe sichtbar zu machen.
- Entleerungsphase: Sie entleeren das Gel aktiv. Das geschieht auf einer saugfähigen Unterlage, diskret und in Rückenlage.
Während aller Phasen sind Sie über eine Gegensprechanlage in direktem Kontakt mit dem Personal. Sie können jederzeit eine Pause anfordern. Das Schamgefühl bei dieser Untersuchung ist verständlich und wird ernst genommen. Die Untersuchung ist medizinisch notwendig und wird ausnahmslos professionell und rücksichtsvoll durchgeführt.

Dauer:
Die eigentliche Untersuchung im MRT-Gerät dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Mit Aufklärung, Vorbereitung und Klistier sollten Sie für den gesamten Termin rund 60 bis 90 Minuten einplanen. Legen Sie bitte keine wichtigen Verpflichtungen unmittelbar danach.

Befund:
Die Auswertung übernehmen erfahrene Fachärzte der Radiologie Mühleninsel. Beurteilt werden alle relevanten Strukturen: Enddarm, Harnblase, Gebärmutter, Beckenbodenmuskulatur und Bindegewebe. Erkannt werden können Senkungen, Prolapse, Entleerungsstörungen und muskuläre Funktionsdefizite.
Der schriftliche Befund wird in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Werktagen erstellt und an den überweisenden Arzt übermittelt. Über das Patientenportal der Radiologie Mühleninsel haben Sie selbst Zugriff auf Bilder und Befund.
Bei komplexen Befunden kann eine Vorstellung in einer interdisziplinären Beckenbodenkonferenz sinnvoll sein, in der Gynäkologie, Chirurgie, Urologie und Radiologie gemeinsam den besten Behandlungsweg besprechen.
Was sieht man beim MRT des Beckens?
Die MRT-Defäkographie zeigt alle Organe und Strukturen des kleinen Beckens in einer Untersuchung. Besonders für Frauen ist das relevant, weil Beckenbodenbeschwerden oft mehrere Organe gleichzeitig betreffen.
Dargestellt werden:
- Enddarm (Rektum) und Analkanal: Lage, Bewegung und Entleerungsverhalten
- Harnblase und Harnröhre: Absenkung, Inkontinenzzeichen
- Gebärmutter (Uterus) und Scheide (Vagina): Position und mögliche Senkung
- Beckenbodenmuskulatur: Funktion, Tonus und Kontrollfähigkeit
- Beckenknochen und Bindegewebe: strukturelle Verankerung aller Organe
Neben funktionellen Veränderungen können im Beckenboden-MRT auch Tumoren, Entzündungen und Fisteln erkannt werden. Damit ist es nicht nur für die Planung von Beckenbodenoperationen relevant, sondern auch für onkologische und urologische Fragestellungen.
Kosten und Kostenübernahme
Die Kostenübernahme für eine MRT-Defäkographie hängt von Ihrem Versicherungsstatus und der medizinischen Fragestellung ab.
- Gesetzlich Versicherte: Bei klarer medizinischer Indikation und Überweisung kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Klären Sie die Kostenübernahme bitte vorab mit Ihrer Kasse. In manchen Fällen wird die Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet.
- Privatpatienten: Die Kosten werden in der Regel gemäss GOÄ von der privaten Krankenversicherung erstattet.
- Selbstzahler: Wir erstellen Ihnen auf Anfrage einen Kostenvoranschlag. Die Kosten liegen je nach Fragestellung bei etwa 300 bis 500 Euro.
- BG-Patienten: Bei Unfällen mit Beteiligung des Beckens kann die Abrechnung über die Berufsgenossenschaft erfolgen.
Bitte beachten Sie: Falls Sie Zahnimplantate, Herzschrittmacher oder andere Metallimplantate haben, teilen Sie uns das bei der Terminvereinbarung mit. Wir klären vorab, ob und wie die Untersuchung durchgeführt werden kann.
MRT-Defäkographie Termin vereinbaren in Landshut, Dingolfing und Vilsbiburg
Die MRT-Defäkographie ist eine Untersuchung, bei der Diskretion und gute Vorbereitung entscheidend sind. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, erklären Ihnen den Ablauf vor dem Termin und begleiten Sie durch die gesamte Untersuchung.
Termine können Sie auf diesen Wegen vereinbaren:
- Online: Über unser Online-Terminportal, rund um die Uhr verfügbar
- Telefonisch: Privatsprechstunde/BG: 0871 / 92340-4444 | Kassenärztliche Sprechstunde: 0871 / 92 34 00
- Per E-Mail: Über das Kontaktformular auf unserer Website
Bitte bringen Sie zum Termin mit: Überweisung, Versicherungsnachweis, vorhandene Vorbefunde sowie eine Liste Ihrer Medikamente. Eine telefonische Vorabberatung ist jederzeit möglich.