Kiefergelenk MRT

Ein Kiefergelenk MRT ist eine strahlungsfreie Untersuchung der Kiefergelenke und der angrenzenden Weichteile. Sie kommt ohne Röntgenstrahlung aus und liefert detaillierte Bilder von Gelenkscheibe, Knorpel, Muskulatur und Knochen.

Das Kiefergelenk MRT wird eingesetzt bei anhaltenden Kieferschmerzen, Geräuschen im Gelenk, eingeschränkter Mundöffnung, Verdacht auf Kiefergelenkentzündung oder craniomandibulärer Dysfunktion (CMD). Auch vor geplanten Eingriffen am Kiefergelenk, kann die Untersuchung wichtige Informationen liefern.

Diese Seite richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Beschwerden. Für zahnärztliche Kollegen und Überweiser gibt es eine eigene fachärztliche Seite zur Dental-MRT.

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Was ist ein Kiefergelenk MRT?

Das Kiefergelenk MRT ist eine Schnittbilduntersuchung des Kiefergelenks mit Magnetresonanztomographie. Das Verfahren arbeitet mit einem starken Magnetfeld, nicht mit Röntgenstrahlen. Es erzeugt hochauflösende Bilder aller Strukturen im und um das Kiefergelenk.

Sichtbar werden dabei:

  • Der Diskus (die Gelenkscheibe im Kiefergelenk) mit seiner Lage und Bewegung
  • Gelenkknorpel und Gelenkspalt
  • Knochenmark und knöcherne Gelenkstrukturen
  • Kaumuskulatur und angrenzende Weichteile
  • Entzündliche Veränderungen, Flüssigkeitsansammlungen (Gelenkerguss)
  • Zysten und Gewebeveränderungen im Kiefergelenksbereich

Ein besonderer Vorteil gegenüber dem Röntgen: Das MRT stellt Weichteile in sehr hoher Detailgenauigkeit dar. Veränderungen, die auf einem Röntgenbild unsichtbar bleiben, werden im MRT oft klar erkennbar. Zusätzlich sind bei Bedarf dynamische Aufnahmen möglich, bei denen die Kieferbewegung in Bildsequenzen festgehalten wird.

Wann wird ein Kiefergelenk MRT empfohlen?

Das Kiefergelenk MRT ist sinnvoll, wenn Beschwerden bestehen, die sich durch Röntgen oder körperliche Untersuchung allein nicht eindeutig klären lassen. Typische Situationen sind:

  • Anhaltende Kieferschmerzen ohne klare Ursache
  • Geräusche im Kiefergelenk beim Öffnen oder Schließen des Mundes (Klicken, Knacken, Reiben)
  • Eingeschränkte Mundöffnung oder Kiefersperre
  • Verdacht auf craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
  • Verdacht auf Kiefergelenkentzündung
  • Nach Trauma oder Unfall im Kiefergelenkbereich

Das Kiefergelenk MRT wird oft in enger Abstimmung mit dem Zahnarzt, Kieferorthopäden, Oralchirurgen oder HNO-Arzt durchgeführt. Bilder und Befund werden an den überweisenden Arzt übermittelt.

Was erkennt das MRT am Kiefergelenk?

Das MRT liefert aussagekräftige Informationen zu einer Reihe von Veränderungen im Kiefergelenk:

  • Diskusverlagerung: Der Diskus (die Gelenkscheibe) liegt nicht mehr an der richtigen Stelle. Das MRT zeigt seine genaue Position und ob er sich bei Mundöffnung normal verhält.
  • Knorpelschäden im Gelenk
  • Gelenkerguss: Flüssigkeitsansammlung im Gelenkraum als Zeichen einer Reizung oder Entzündung
  • Entzündliche Veränderungen im Gelenk und den umgebenden Strukturen
  • Verletzung vom Diskus oder eine Diskusaufhängung
  • Degenerative Veränderungen am Diskus
  • Veränderungen der Kaumuskulatur
  • Weichteilbefunde im angrenzenden Mundraum
  • Kiefergelenktumore

Grenzen: Sehr feine knöcherne Strukturen lassen sich im Röntgen oder CT manchmal besser beurteilen. In solchen Fällen ergänzen sich MRT und Röntgen sinnvoll. Die Frage, welche Untersuchung für Sie passt, klären unsere Fachärzte gerne vorab.

Wie hilft das Kiefergelenk MRT bei CMD und Kieferschmerzen?

CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion. Dahinter verbergen sich Funktionsstörungen des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur, die sich durch Schmerzen, Geräusche oder eingeschränkte Beweglichkeit äußern können.

Das MRT liefert in solchen Fällen ein genaues Bild der Kiefergelenke. Es zeigt, ob der Diskus verlagert ist, ob Entzündungszeichen vorliegen und wie sich das Gelenk bei Bewegung verhält. Das ist wichtig, weil CMD viele mögliche Ursachen hat und sich die Beschwerden mit anderen Erkrankungen überschneiden können.

Auf Basis des MRT-Befundes kann der behandelnde Arzt entscheiden, ob eine konservative Therapie sinnvoll ist oder ob ein Eingriff notwendig wird. Auch zur Verlaufskontrolle nach einer Behandlung eignet sich das MRT gut, weil es keine Strahlenbelastung verursacht.

Welche Vorteile hat ein Kiefergelenk MRT gegenüber anderen Verfahren?

  • Keine Strahlenbelastung: Das MRT kommt vollständig ohne ionisierende Strahlung aus. Das ist besonders relevant bei jüngeren Patientinnen und Patienten sowie bei Verlaufskontrollen.
  • Sehr guter Weichteilkontrast: Diskus, Knorpel, Muskulatur und Weichteile lassen sich deutlich besser beurteilen als mit Röntgen oder CT.
  • Direkte Darstellung des Diskus und des Gelenkspalts: Lage und Bewegungsverhalten der Gelenkscheibe sind im MRT direkt sichtbar.
  • Dynamische Aufnahmen möglich: Der Ablauf der Kieferbewegung kann in Bildsequenzen festgehalten werden.
  • Keine Überlagerungsartefakte durch Zähne oder Implantate, wie sie beim Röntgen auftreten können.
  • Geeignet bei wiederkehrenden Beschwerden und unklaren Befunden, die mit anderen Verfahren nicht abschließend geklärt werden konnten.




Ablauf der Kiefergelenk MRT Untersuchung

Ikon: Vorbereitung

Vorbereitung:
Vor der Untersuchung legen Sie alle metallischen Gegenstände ab: Schmuck, Piercing, Hörgeräte, herausnehmbaren Zahnersatz und Kleidung mit Metallteilen. Bitte bringen Sie vorhandene Vorbefunde mit, also Röntgenbilder, zahnärztliche Befunde und Implantat-Unterlagen. Nüchtern sein ist für ein Kiefer MRT in der Regel nicht notwendig.

Ikon: Lagerung

Lagerung:
Sie liegen entspannt auf dem Rücken. Der Kopf wird in eine spezielle Kopfspule gelegt, die für optimale Bildqualität sorgt. Die Spule liegt locker um den Kopf und verursacht keinen Druck.

Ikon: Untersuchung

Untersuchung:
Während der Aufnahmen entstehen typische Klopf- und Summsignale. Kopfhörer oder Ohrstöpsel werden Ihnen zur Verfügung gestellt. Wichtig ist, während der Aufnahmen ruhig zu liegen. Bei bestimmten Sequenzen werden Sie gebeten, den Mund kontrolliert zu öffnen oder zu schließen, damit die Bewegung des Kiefergelenks in Bildreihen festgehalten werden kann. Das Personal erklärt Ihnen jeden Schritt vorab.

Ikon: Dauer

Dauer:
Die eigentliche Untersuchung dauert je nach Fragestellung 15 bis 30 Minuten. Für den gesamten Termin inklusive Anmeldung und Vorbereitung sollten Sie rund 45 Minuten einplanen.

Ikon: Befund

Befund:
Die Auswertung erfolgt zeitnah durch unsere erfahrenen Fachärzte. Der Befund wird an den überweisenden Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Arzt übermittelt. Über unser Patientenportal können Sie Bilder und Befund auch selbst einsehen.

Termin für ein Kiefergelenk MRT vereinbaren

Termine können Sie auf diesen Wegen vereinbaren:

Das Kiefergelenk MRT wird an unseren Standorten in Landshut, Dingolfing und Vilsbiburg angeboten. Bitte bringen Sie Überweisung, Versicherungsnachweis und vorhandene Vorbefunde mit. Eine telefonische Vorabberatung ist jederzeit möglich.

Häufige Fragen zum Kiefergelenk MRT